Lieber Herr Demirören, Präsident unseres Besiktas;
Eigentlich wollte ich Ihnen einen Brief schreiben
Aber Sie würden dies als Meinung eines Einzelnen titulieren,
Sie würden mich als Marionette von anderen bezeichen
Und meine Meinung außen vor lassen,
Deswegen habe ich gestern in Twitter meine Verfolger gefragt;
Ich habe erstmal nur “Demirören” geschrieben,
Ad hoc kamen Dutzende von Nachrichten.
Der Kerngedanke jeder Nachricht kann in einem Satz zusammen gefasst werden;
Sie passen nicht zum Besiktas von Baba Hakki, Seref und Süleyman Seba.
In den Tagen als ich Sie und ihr Präsidium kritisierte habe ich immer betont,
Dass Ich keine Zweifel an ihrer Liebe zu Besiktas habe.
Ihre Aufgabe ist es sich für die Rechte von Besiktas einzusetzen,
Ganz abgesehen davon für welchen Zweck,
Ist es ihre Aufgabe den Rechtsanwalt für “Farbigen Vereine” zu spielen,
Und dann versuchen Sie noch Betrüger zu schützen?
Die von Ihnen als meine Mannschaft und Besiktas
Können nie etwas gemeinsam mit Besiktas haben,
Ihre einzige Sorge können die Einnahmen aus den Fernsehgeldern sein,
Sollen kein Geld in die Kassen von Besiktas fließen,
Es könne Quaresma, Fernandes und Almeida nicht bei uns sein,
Aber es soll neben unserem schwarz kein Fleck auf unser Weiß kommen
Das reicht uns…
Dann spielen wir eben mit Atinc, Necip, Tanju, Ismail und Ekrem
Aber wir haben eine Ehre,
Denn wir sind Besiktas,
Wir sind anders als alle Anderen!!!
Ich habe am Anfang meines Briefes schon erwähnt,
Dass ich Ihnen heute nicht alleine schreibe,
Heute schreibe Ich Ihnen mit echten Besiktas-Fans,
Nach den “Demirören raus”-Rufen in der Internet-Szene
Habe Ich die “Demirören raus”-Rufer sofort gefragt; Aber Warum?
Hier ein Auszug aus den Antworten;
- Weil er das Einkommen der nächsten Jahre des Fulya-Projekts unter Hypothek
genommen hat
- Weil er gesagt hat, dass Besiktas mit den Amateuren spielen wird. Der Präsident
von Besiktas hält sein Wort.
- Anstelle sich für die Werte von Besiktas einzusetzen hat er sich für den
Markenwert von Fenerbahce eingesetzt
- Besiktas ist unser Leben! Wir haben nicht umsonst gesagt, dass wir geschloßen
für andere Lieben sind
- Weil er die Besiktas-Manieren fast vergessen hat
- Besiktas-Fans würden nie “Mein Fenerbahce sagen und einen Präsidenten der dies
sagt werden Besiktas-Fans nie akzeptieren
- Die meiste Zeit hat er sich wie ein Fan und nicht wie ein Präsident verhalten
- Er konnte sich nie für die Rechte und Vorteile von Besiktas einsetzen.
Er konnte sich vor seine Schicksals-Freunde Serdal Adali etc. stellen
- Er hat nie das ehrenvolle und ruhmreiche Verhalten von Besiktas
- Der Stuhl des Präsidenten war eine Nummer zu groß für Ihn. Er hat keines seiner
Versprechen gehalten
- Seine privaten Firmen haben immer postive Zahlen erwirtschaften, wo hingegen
Besiktas in einen Schuldenberg geführt wurde
Eigentlich ist diese Liste viel länger,
Manche kann ich hier nicht wiedergeben
Aber der Kerngedanke vieler
Ist in den obigen Sätzen wiedergegeben…
Heute haben Wir geschwiegen,
Heute haben die richtigen Eigentümer von Besiktas gesprochen,
Morgen werden wir auch etwas sagen,
Also wenn die nächsten Wahlen oder Mitglieder-Sitzungen sind,
Aber bis zu diesem Tag,
Wird meiner Meinung nach
Jeder Protest an Spieltag oder während des Spiels
Einzig und allein Besiktas schädigen.
Es ist eine Schmach
Das wichtige Persönlichkeiten von Besiktas
Keine Meinung in diesen Tagen zu dem Thema äußern.
Aber vergisst nicht
Besiktas ist sehr groß
Es werden sich Persönlichkeiten finden
Die diesen großen Verein repräsentieren…
Mit dem Wunsch uns in schwarz weißen Tageslichtern zu sehen

Anhang: Einige Internetseiten spielen, vielleicht um Profit aus diesem Dilema zu schlagen, in diesen schweren und stressvollen Tagen die drei berühmten Affen. Daher möchte Ich Karakartal.com und seine Editore dafür gratulieren, dass Sie ihre Meinungen und Gedanken ohne ein Blatt vorm Mund zu nehmen auf Papier gebracht haben.

Der Text ist eine Übersetzung von Eray Erdals Text aus Karakartal.com

Ein Armenier beim Gebet: Kritik an den Urteil im Hrant Dink-Prozess von Ihsan Dagi

Das Urteil im Hrant Dink-Prozess löste in der ganzen Türkei Kritik aus. Dazu die Kolumne von Ihsan Dagi in der Zaman von mir ins Deutsche übersetzt.

Ein Armenier beim Gebet (Namaz)

Heute erzähl ich euch die Geschichte eines Armeniers. Vor einigen Jahren lebten wir im Stadtteil Çayyolu von Ankara.

Unsere Nachbarn waren in der Regel pensionierte Beamte und „säkulare Tanten“. An einem Januar-Tag traf ich eine von ihnen auf der Straße und sie teilte mit mir die frohe Botschaft: „Herzlichen Glückwunsch, die Wohlfahrtspartei (Refah Partisi) wurde verboten“. Später wurde ihr Ehemann, ein pensionierter Ex-Offizier vom Staatspräsidenten Sezer zum Mitglied des Verfassungsgerichts berufen.

In solch einer Nachbarschaft lebten zwei Familien aus Anatolien. Einer von ihnen war mein Nachbar „Onkel Mehmet“. Ein beständiger Kleinhändler. Einer aus Kayseri, ein echter.. Schon damals über siebzig, ging er gemeinsam mit seinem Sohn, der seinen Kleinhandel übernommen hatte, nach dem Morgengebet direkt ins Geschäft und kam erst in den späten Abendstunden wieder zurück. Eines Morgens schickte ich meinen damals zehnjährigen Sohn mit ihnen. Am Abend war er sehr müde und erschöpft, aber auch er war sehr glücklich über das hoch ausgefallene Tageshonorar von Onkel Mehmet. Als ich Onkel Mehmet fragte: „Warum hast du ihm so viel Geld gegeben“, antwortete er: „Lass ihn auf den Geschmack des Verdienens kommen“.

Der andere war „Onkel Pascal“. Ein Armenier aus Ankara, der um die achtzig herum war und dessen Kinder und Enkelkinder alle türkische Namen hatten. Er redete nicht viel und verbrachte bei gutem Wetter die meiste Zeit in seinem kleinen Garten. Seine Sehkraft ließ mit der Zeit nach und er beschwerte sich über Bluthochdruck in den Augen. Dennoch konnte er es nicht lassen, ständig Blumen zu pflanzen und sie zu gießen. „Onkel Pascal schonen Sie ihre Augen, hören sie auf sich zu bücken. Genießen sie einfach die Sonne“, sagte ich. „Ich kann nicht ohne den Boden, die Erde zu berühren“, antwortete er. Seine Frau Tijen bereitete zum Monat Muharrem Aschura und zum Monat Ramadan Süßgebäcke vor, um sie mit ihren muslimischen Nachbaren zu teilen. Sie führte diese Tradition in unserer säkular gefärbten Nachbarschaft auch während des „28. Februars“ fort, jener Epoche in der Türkei, in der Hexenjagd auf die Konservativen gab. Sie lebten weiterhin wie gewohnt mit ihren muslimischen Nachbarn. Obwohl wir nicht wussten, wann ein Armenier ein Feiertag begeht und was ihm heilig ist.

Onkel Mehmet und Onkel Pascal waren gut befreundet und sprachen über ihre Familien, Kinder und Enkelkinder. Zu bestimmten Jahreszeiten beschenkten sie sich immer wieder mit Blumen. Trotz dieser schönen Freundschaft konnte es Onkel Mehmet nicht sein lassen, das Gespräch auf die Nationalität seines Nachbarn zu bringen. Und das, was Armenier in Kayseri mit den Türken gemacht haben usw..

Eines Tages haben wir Onkel Mehmet verloren. Es war ein kalter Wintertag. In Yenimahalle, wo er über fünfzig Jahre den Kleinhandel betrieben hatte, fand seine Bestattung statt. Der Vorhof der Moschee war menschenvoll. Viele Menschen aus der Nachbarschaft waren auch gekommen. Obwohl seine gesundheitliche Verfassung schlecht gewesen ist, war auch Onkel Pascal gekommen. Innerhalb der säkularen Nachbarschaft herrschte eine interessante Stimmung, als wären sie auf eine Cocktailparty und unterhielten sich dementsprechend. Als wir nach dem Mittagsgebet uns zum Totengebet hin bewegten, änderte sich an deren Verhaltung nichts. Als das Totengebet begann, trennte sich jemand von dieser Gruppe langsam mit dem Gesicht zum Boden, mit tränengefüllten Augen hinter seiner Brille.. Für das Totengebet seines Nachbars reihte er sich direkt neben mich zu der betenden Gemeinde. Der Imam fragte die versammelte Gemeinde wie üblich vor einem Todesgebet: „Wie kanntet ihr den Verstorbenen?“ Mit zitternd lauter Stimme rief einer: „Wir kannten ihn gut!“ Das war niemand anderes als Onkel Pascal.

Er war kein Muslim, doch er wusste und hatte gespürt, dass beim Abschied eines Muslims in die Ewigkeit das gemeinsame Aufreihen für das Gebet und Bittgebete für den Verstorbenen der richtige Weg waren, um ihn zu verabschieden und die Trauer um ihn zu teilen. Ein Armenier um die achtzig nahm am Totengebet teil, um die Schmerzen zu lindern, während die „säkularen“ es nur von außen beobachteten. Er wusste, wie es sich mit einem Muslim lebt, aber wir hatten es vergessen, aus unseren Köpfen verdrängt mit einem Armenier zu leben. Ohne zu wissen, dass dies keine Tugend sondern ein Fluch gewesen ist. Dann haben wir es nicht verstanden, wie man mit einer kopftuchtragenden Frau, einem Gläubigen, einem Aleviten, einem Kurden gemeinsam lebt. Deren Vielfalt haben wir unerträglich empfunden. Ist das kein Fluch?

Schließlich hat dieses Land die Erfahrung vergessen mit seiner kulturellen Ambiguität zu leben. Der auf die Frage nach seiner Herkunftsstätte mit „ Ben Malatyaliyim / Ich komme aus Malatya“ antwortende Hrant Dink, Sohn dieses Landes, ist nicht mehr unter uns. Ein Mörder von uns hat ihn erschossen und er war nicht allein; Fahrlässigkeit, Fehler oder mit Absicht, hinter ihm ein ganzer Staatsapparat.

Wegen seiner armenischen Herkunft wurde Hrant Dink ermordet, das eigentliche Ziel war aber die AKP Regierung. Offensichtlich hat die Regierung das nie verstanden. Statt sich um den Tod eines Armeniers öffentlich zu kümmern, haben sie den Mord an Dink mit dem Auge des Staates betrachtet. Die Regierung wollte sich nicht seinem Bürger verpflichten, obwohl jener Bürger als Opfer gewählt wurde, um die AKP-Regierung zu stoppen.

Sehenswert: Türkischer Tee und Islamischer Religionsunterricht

Türkischer Tee: Einen türkischen Tee trinkt man niemals alleine. Man trinkt es immer gemeinsam.. Ein wunderschöner Vortrag von Katharine Branning über die Kultur des türkischen Tees und im selben Atemzug über die türkische Kultur. Youtube

Muslimischer Religionsunterricht: Cosmo Tv, ja das hatte mal was! Themen, die mich oder uns Deutsche mit Migrationshintergrund angesprochen haben. Ich hoffe ich irre mich und es ist nur eine Ausnahme: In diesem Beitrag wird einfach Meinungsmache gegen den islamischen Religionsunterricht betrieben. Der KRM (Koordinationsrat der Muslime) mit den zugehörigen Verbänden werden mit einem Diagramm abgebildet und das Bild eines von Außen gelenkten  Netzwerks vermittelt. Lamya Kaddor äußert ihre Bedenken um das Bild zu vervollständigen. Sehenswert? Ja, warum nicht. Der Beitrag ist dennoch informativ. Zum Video gehts hier lang: WDR


 

Lesenswert: Ibn Khaldun, Euro 2020

Die Muqaddimma von Ibn Khaldun: In seiner Rezension schreibt Stefan Weidern, ” wer will, kann eine Beschreibung Europas im einundzwanzigsten Jahrhundert aus der “Muqaddima” herauslesen”. Die Rezension macht Lust auf mehr.  FAZ

Euro 2020 Türkiye: Hinter den Kulissen spricht man wohl davon, dass die Türkei die Zusage für den Euro 2020 bekommt. Bei der letzten Bewerbung für 2016 verlor die Türkei die Ausrichtung knapp mit einer Stimme gegen Frankreich. goal.com

Schulsystem und Bildungsaufstieg: Die Türkei macht es mit Portugal vor: Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern machen 45 Prozent der Studenten aus. Ratet mal wer Schlusslicht ist? Leider. n-tv

Cem Yilmaz European Tour 2012: 9 Termine in Deutschland

Der türkische Kult-Comedian geht nach einer langen Pause im Mai 2012 auf große Europa Tour. Mit 15 Vorstellungen in England, Niederlande, Deutschland, Belgien, Schweiz und Österreich ist es gefühlt die größte Cem Yilmaz Tour überhaupt.

Wir in Deutschland haben gleich 9 mal das Glück:

  • 6. Mai Stuttgart
  • 7. Mai Nürnberg
  • 11. Mai Hannover
  • 13. Mai Berlin
  • 15. Mai Bochum
  • 17. Mai München
  • 18. Mai Frankfurt
  • 19. Mai Düsseldorf
  • 27. Mai Hamburg

Die besten Plätze sind bereits weg. Wer noch ein Ticket möchte, sollte schnell zugreifen!

Mehr Infos gibt es >> hier <<.

 

Wann kommt Fetih 1453 in die deutschen Kinos?

Der Verleiher des türkischen Kinofilms Fetih 1453, Kinostar, gibt auf der eigenen Internetseite den 16.Februar als Termin für den Kinostart an. Da das türkische Kino bisher kaum aufwendige Produktionen bot und generell über die fehlende Verfilmung der osmanischen Zeit beklagt wurde, sind die Erwartungen an den Film sehr hoch. Der Trailer macht den Eindruck, als ob die Kampfszenen den Film dominieren. Hoffen wir, dass dem nicht so ist.